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  • Aus alt mach seetauglich

    Aus alt mach seetauglich

    Opas Erbe wieder flottmachen

    Manchmal bekommt man Geschenke, die erst mal nach Arbeit aussehen. Bei mir war es ein DDR Panther. Opa hat ihn mir vermacht, und während meine Kommilitonen in der Bib saßen, habe ich mir die Finger wund geschliffen. Das Ziel war klar: Der Klassiker soll wieder aufs Wasser, aber technisch und optisch besser als je zuvor.

    Kahlschlag in der Garage

    Der erste Schritt war radikal. Ich habe das Boot komplett entkernt. Wer schon mal ein altes Holzboot saniert hat, weiß, was das bedeutet. Alles musste raus, bis nur noch die nackte Bordwand stand. Das ist der Moment, in dem man kurz zweifelt, ob das jemals wieder ein Boot wird.

    Das Skelett wächst

    Nach dem Abriss kam der Aufbau. Für die neuen Spanten habe ich Sapeli Bootsbausperrholz mit Schälfurnier genutzt, weil das Zeug einfach extrem stabil ist. Kombiniert habe ich das mit Rechteckleisten aus Esche. Der Kiel ist jetzt aus massiver Eiche, damit die Basis für die nächsten Jahrzehnte steht. Beim Einbau der Spanten merkt man erst mal, wie wichtig Präzision ist, wenn später nichts klappern soll.

    Die Außenhaut: Sapeli trifft Eiche

    Als das Gerippe stand, kam die Verkleidung dran. Ich habe mich für eine Kombination aus Sapeli Bootsbausperrholz (diesmal mit edlem Messerfurnier) und Eiche Bootsbausperrholz entschieden. Damit das Ganze wirklich steif und wasserdicht wird, habe ich den Rumpf komplett mit Glasfaser und Epoxy einlaminiert. Das gibt dem Holz den Schutz, den es auf dem Wasser braucht, ohne die Optik zu ruinieren.

    Feinarbeit auf dem Deck

    Das Deck sollte das Highlight werden. Hier kam Sapeli Bootsbausperrholz mit 1,3 mm Messerfurnier zum Einsatz. Die Dicke des Furniers ist dankbar, wenn man später noch mal drüberschleifen muss. Für den Kontrast habe ich helle Esche-Leisten eingezogen. Den Abschluss bilden massive Sapeli Mahagoni Leisten. Ein Tipp für Nachahmer: Nehmt euch Zeit beim Einpassen der Abschlussleisten, Gehrungen verzeihen keinen Millimeter Pfusch.

    Innenausbau und Technik

    Im Inneren wollte ich es klassisch. Ich habe eine Khaya Mahagoni Stabdecksplatte mit hellen Adern verlegt, was sofort diesen typischen Yacht-Look gibt. Die Motorkiste ist aus Sapeli Sperrholz mit 0,6 mm Furnier gebaut, während die Sitzbänke aus massiven Khaya Mahagoni Leisten bestehen. Während der Holzstaub in der Werkstatt flog, wurde parallel der Motor generalüberholt, damit die Technik mit der Optik mithalten kann.

    Holz pur: Der Rohbau steht

    Bevor die erste Schicht Lack draufkam, habe ich einen Moment innegehalten. Da stand er, der Panther, komplett fertig zusammengebaut, aber eben noch völlig roh. Kein Glanz, kein Schnickschnack, nur das reine Holz. Man sah jede Fuge, jede unterschiedliche Maserung der Sapeli- und Khaya-Teile. Das ist eigentlich der ehrlichste Moment bei so einem Bau. Man sieht genau, wo man sauber gearbeitet hat und wo vielleicht ein Millimeter gefehlt hat. Ein wichtiger Tipp: Nutzt diese Phase für die allerletzte Kontrolle. Spätere Lackschichten verzeihen nichts, die betonen jeden kleinen Schleiffehler oder eine offene Pore nur noch.

    Der aktuelle Stand

    Momentan stehe ich kurz vor dem Ziel. Die End-Lackierung läuft gerade. Schicht für Schicht kommt die Tiefe des Holzes jetzt erst richtig raus. Es ist ein verdammt gutes Gefühl, zu sehen, wie aus der alten Schale wieder ein echtes Boot wird.

    Ohne die richtigen Materialien wäre ich wahrscheinlich schon beim ersten Spantenbau verzweifelt. Ich habe alles bei Bootsholz bestellt, die Jungs wissen genau, welches Holz für welche Stelle am Boot taugt. Wenn ihr selbst so ein Projekt plant, spart nicht am Sperrholz, ihr ärgert euch später schwarz.

    von Paul, 23 aus Teltow.

  • Vanlife und Familienglück

    Vanlife und Familienglück

    Vanausbau trotz Schwangerschaft… eine gute Idee?

    Eigentlich dachte ich, die Vorbereitung auf das erste Kind wäre schon Stress genug. Wickeltisch aufbauen, Kinderzimmer streichen, die ganze Liste eben. Aber meine Frau und ich hatten diesen Plan, die Elternzeit nicht auf dem Sofa, sondern in Südeuropa zu verbringen. Also stand da plötzlich dieser Fiat Ducato auf dem Hof, den ich in Rekordzeit ausbauen musste, während der Geburtstermin immer näher rückte.

    Wenn jedes Gramm über die Reise entscheidet

    Vorab: Beim Ausbau war das Budegt nicht der allererste Faktor, wir hatten ein bisschen gespart. Was uns aber nachts (schon jetzt :D) wachgehalten hat, waren: Die Zeit und das Gewicht. Wer einen Ducato vollpackt, mit Wassertanks, Batterien und drei Surfbrettern hantiert, landet schneller bei 3,5 Tonnen, als einem lieb ist. Wir wollten nicht bei jeder Polizeikontrolle in Frankreich zittern. Deshalb wollte ich von Anfang an keine schweren Baumarktplatten verbauen, sondern mich in der Yachtbranche bedienen. Deshalb haben wir frühzeitig das Team von Bootsholz mit eingebunden. Jedes Detail wurde hinterfragt, ob es nicht auch dünner oder aus leichterem Material geht.

    Die Vorbereitung ist alles

    Ich habe die Laube komplett leergeräumt und jeden Winkel geschrubbt, bis das Blech glänzte. Kleine Roststellen habe ich direkt abgeschliffen und mit Rostblocker versiegelt, weil man da später nie wieder rankommt. Danach kam die Hohlraumkonservierung mit der langen Sonde dran, damit der Bus von innen nicht wegfault, während wir am Meer stehen. Das Ausschneiden der Löcher für die Fenster hat mich echt Nerven gekostet, aber mit einer ruhigen Hand und ordentlich Dichtmasse ist es ganz okay geworden. Bei der Dämmung habe ich keine Lücken gelassen, um Schwitzwasser zu vermeiden und direkt danach die Leerrohre für die Elektrik eingezogen.

    Der Boden und die Basis

    Zuerst kam die Bodenplatte rein. Statt schwerer Siebdruckplatten habe ich mich für 8 mm Teak Stabdecksplatten entschieden. Klar das ist natürlich nicht billig, aber ich mag diesen maritimen Look aus meiner Seglerfamilie. Und es spart im Vergleich noch etwas Gewicht, da so dünn gewählt.

    Für die Unterkonstruktion der Möbel, die nicht sichtbar ist, habe ich etwas genommen, das im Vanausbau noch wenig benutzt ist: Coosa Composite Nautical Platten in 15,88mm. Diese sind zwar deutlich teurer, als z.B. typisches Van-Sperrholz, aber locker 30% leichter, viel stabiler und lassen sich gut verarbeiten. Zudem haben sie eine viel geringere Wasseraufnahme und so gammelt euch die Laube nicht unter dem Hintern weg, wenn ihr mit hoher Luftfeuchtigkeit (Meer, Seen, Flüsse) konfrontiert seid.

    Möbelbau mit Köpfchen

    Die Schränke und die Küchenzeile mussten stabil sein, aber eben keine Tonnen wiegen. Ich habe hier teilweise mit typischem Van-Sperrholz in 15mm für die Unterkonstruktionen gearbeitet. Für die sichtbaren Elemente habe ich auf 6mm, 8mm oder 12mm Okoume Sperrholz zurückgegriffen, damit das Ganze nicht nach billigem Camper, sondern nach hochwertigem Innenausbau aussieht. Die sichtbaren Holzflächen habe ich dann mit Clou geölt. Die Kanten habe ich mit passenden Epoxy oder Rechteckleisten geschützt, damit die Feuchtigkeit beim Kochen keine Chance hat.

    Surfboard-Rack und Babybett

    Die größte Herausforderung war der Platz für die Boards und das Bett für den Kleinen. Das Surfregal habe ich so konstruiert, dass die Bretter sicher unter dem Bett verschwinden. Für die Liegefläche oben kam wieder Okoume zum Einsatz, weil das Zeug einfach extrem belastbar ist, auch wenn es mal feuchter wird im Bus. Das Kinderbett ist fest verbaut und so positioniert, dass wir vom großen Bett aus immer ein Auge auf den Nachwuchs haben.

    Details im Innenraum

    Damit es im Bus gemütlich wird, habe ich für die Tischplatte und kleine Akzente Eiche Vollholz genutzt. Es gibt dem Raum eine Wärme, die man mit Kunststoffoberflächen nie hinbekommt. Die Oberflächen habe ich nur leicht geölt, damit das Holz atmen kann. Das ist gerade im Van wichtig, wenn man bei Regen auch mal zu dritt drin hockt.

    Fast bereit für die erste Tour

    Aktuell montiere ich noch die letzten Leisten und kümmere mich um die Elektrik. Die Waage sagt, wir haben noch genug Puffer für Windeln und Proviant. Es war eine verdammt harte Zeit zwischen Geburtsvorbereitungskurs und Holzarbeiten, aber wenn ich jetzt in den Bus steige, weiß ich, dass es sich gelohnt hat.

    Das meiste Material für den Ausbau habe ich bei Bootsholz geholt. Die Qualität dort ist eine ganz andere Hausnummer als im Baumarkt, besonders wenn man auf das Gewicht achten muss und trotzdem eine edle Optik will. Danke noch mal an das Team.

    Steffen und Hannah, 33/34 aus Karlsruhe